Und wieder zwei Monate rum, wie schnell doch die Zeit vergeht. Pünktlich am 27. März kam der Aventurische Bote bei mir per Post – früher als ich erwartet hatte.
Den ganzen März über war ich wegen wichtiger Uniprüfungen beschäftigt, habe mich nebenbei am Kartenzeichnen versucht und innerhalb einer Arbeitswoche zwei farbige Illustrationen für den neuesten Boten erstellt.
Zum einen war eine düstere Übersicht von ‘altmodischen’ Folterwerkzeugen wie die bekannte Streckbank, Daumenschrauben, explizit auch so ein Folterstuhl für den Artikel ‘Recht und Gesetz’ von Oliver Baeck gewünscht (Diese Stiefel da sind übrigens ‘Al’Anfaner-Stiefel’.).
Da ich keine Ahnung von der Technik dieser Gerätschaften hatte, mussten erst einmal etliche Internetseiten über Folter im Mittelalter gewälzt werden.
Über zwei Tage erstreckt habe ich dann am Laptop mittels Grafiktablett das etwas untypische Stillleben gepinselt. Wie immer hier ein kurzer Eindruck der Entwicklung. Im Boten selbst wirkt das Bild leider etwas zu dunkel. Besonders die Stuhldetails erkennt man nur, wenn man die Seite ins Licht hält. Dabei hatte ich die Illustration schon heller abgegeben, als sie eigentlich war. Hm. :/
Zum anderen gab es da die Madaschwestern… Einer der Illustrationsaufträge, die mir bisher am besten gefielen.
Ich habe schon immer mit am meisten Spaß daran gehabt, schöne Frauen mit schicken Accessoires zu zeichnen, also kam ich hier ganz auf meine Kosten: Gleich drei davon. Eine Hexe, eine Graumagierin und eine Hesindegeweihte für den Artikel ‘Schwesternschaft der Mada’ von Tahir Shaikh. Ich muss gestehen, dass ich es mir nicht verkneifen konnte, der Tochter Satuarias die Frisur zu verpassen, die meine eigene Spielerchar-Katzenhexe trägt. ![]()
Vorgabe war die Identitäten der drei Damen (Hexe, Graumagierin, Hesindegeweihte) in unbekleidetem bis leicht bekleidetem Zustand bei einem nächtlichen Mondritual darzustellen (ganz nackt wollte ich sie dann aber doch nicht unbedingt darstellen). Erkennbar sollten sie sein anhand gewisser Symbole (die Katze, der Stab und die Hesinde-Kette). Ich hab zusätzlich noch die Farben den Berufungen in Teilen zugehörig gestaltet. Der Betrachter sollte laut Vorgabe dabei wirken wie ein unentdeckter, geheimer Zuschauer. Deshalb bin ich auf die Idee der Blätter gekommen, die ein wenig auch als Rahmung im unteren Bereich wirken sollen. Ursprünglich befand sich die Satuariastochter anders herum gedreht, wie man bei der Entwicklung erkennen kann. Am letzten Tag habe ich sie dann doch gewendet, damit alle ihre Fronten zur Mitte weisen und die drei geschliffenen Mondsteine ein Dreieck bilden – wirkte mir irgendwie runder, was die Symbolik anbelangt. Da ich nirgendwo eine Beschreibung zu einem solchen Ritual finden konnte, habe ich diese Szene als Ritualsvorbereitung interpretiert und frei gewisse Ritualsobjekte gewählt (eben diese kugelförmigen Mondsteine, viel Silber an den Frauen, die Anwesenheit der Madaspiegelung im Wasser) – später werden sie dann wohl noch eine silberne Schale zwischen sich ins Wasser stellen (zuerst wollte ich dieses Gefäß auch darstellen, hatte dann aber die Befürchtung, dass das Bild zu voll werden könnte). Als Erkennungsmerkmal der Schwesternschaft der Mada tragen alle drei so einen schimmernden Ouroboros als Amulett. Ist in klein leider nicht allzu gut zu erkennen.
Im Großen und Ganzen bin ich mit den Madaschwestern recht zufrieden, auch wenn ich mir im Nachhinein noch zwei zusätzliche Tage mehr gewünscht hätte, um die Illustration weiter auszufeilen.
Nur schade, dass ich diesmal keine Holzschnitt-SW-Illu abbekommen habe, die liebe ich doch so (Im Grunde liegt meine Vorliebe beim Zeichnen sowieso im Schwarz/Weißen). Aber eigentlich macht das Motiv der Madaschwestern diesen ‘Verlust’ natürlich wieder wett. :)
In Zahlen ausgedrückt waren es bei den Madaschwestern übrigens schätzungsweise 18 Stunden Arbeit (verteilt auf 3 Tage), bei den Folterinstumenten an die 12 Stunden (exklusive Skizzen).
Beide Bilder sind in größeren Formaten auf Deviantart zu sehen:


Also die Schwestern sind wirklich genial!