Vergangenen Februar erhielt ich von Patric Götz den Auftrag erstmalig acht Illustrationen für ein Abenteuer zu zeichnen. Die Publikation trägt den Titel ‘Knochenblei und schwarzes Blut’, spielt in Myranor, wurde geschrieben von Marc Jenneßen und herausgegeben vom Uhrwerk Verlag. Da der Band jetzt offiziell draußen ist, will ich zu meinem Beitrag auch ein paar Worte verlieren und ein bisschen was zeigen, speziell was allererste Skizzen angeht.

Für mich stellte die Mitarbeit nicht nur die Chance dar, meine Zeichnungen in einem offiziellen Abenteuer zu sehen, sondern auch an meiner Zeichenmethodik herumzuexperimentieren. Ich versuche derzeit meinen Stil von weichen Übergängen und zu klaren Linien in eine schmutzigere Richtung zu entwickeln. Damit das nicht missgedeutet werden kann: Ich will mehr Mut in meinen Strichen sehen können, so dass die Schattierungen weniger glatt sondern verwaschener, eben schmutziger aussehen.
Dazu kommt, dass ich immerhin auch ein Liebhaber des Zombie-Genres bin: Der -> Beweis <- Ich auf einem LARP-Con als Zombie vor rund 7-8 Jahren. 
Der erste Schritt des Arbeitsprozesses war, alle gewünschten Illustrationen in groben Bleistiftskizzen zu verwirklichen. Ich hatte eigentlich vor gehabt aus diesen Skizzen auch die Linearts und fertigen Bilder zu machen, aber daraus wurde nichts. Ich hatte recht dickes Papier genommen (A5) und als ich anfing die Linien zu tuschen, verlief das Schwarz, besonders bei kleinteiligeren Bereichen. Keine Ahnung, warum dieses Papier so unglaublich faserig war (was man optisch nicht ansehen konnte), auf jeden Fall musste ich alle Skizzen nochmal neu zeichnen: Diesmal fiel meine Wahl auf das altbewährte A4- 08/15-Druckerpapier. Nach dem Tuschen (ich nehme dazu zwei Copic Multiliner SP, einmal in der Stärke 0,05 und einmal in 0,1, die sind wasserfest) habe ich dann grob mit Bleistift vor und mit Copic Ciao (die ‘Farben’ C-0 bis C-5) nachschattiert. Die weißen Lichtreflexe folgen zum Schluss und zwar mit einem ganz normalen weißen Gelstift. Das Bild mit den drei Zombies und der Hintergrund des Tighrir wurden nochmal digital aufgebessert. 
Die Kompositionen der Illustrationen sind weitgehend vorgegeben. Ich finde es gut, wenn ich detailreiche und genaue Vorstellungen erhalte, wie die Bilder in etwa gedacht sind. Da fällt es einem leichter die ersten Skizzen zu produzieren, weil man sich nicht mehr großangelegte Gedanken zu kompositorischen Elementen machen muss. In diesem Fall war es wirklich super – mehrseitige Beschreibung mit Bildern zwecks Inspiration, sehr hilfreiche Sache.
Natürlich ist nicht jede Beinstellung oder Armhaltung vorgeschrieben, aber wichtige Tätigkeiten, Posen und die Aufstellung der Figuren sind meist genannt. Zusätzliche Ideen entstehen dann im Kopf, spätestens nach dem Angucken von weiteren Inspirationen (Bei mir war es die Stichwortsuche ‘Zombies’ bei Google, um mich auf die Thematik und das Flair einzustimmen).

Was die Arbeitsdauer angeht: Mit Skizze hab ich an jeder Illustration etwa 7-10 Stunden gesessen. Die Arbeit habe ich mir dann auf 2-3 Tage verteilt, so dass ich mir etwas Zeit lassen konnte und praktisch den ganzen Februar mit Knochenblei beschäftigt war.
Am meisten Laune gemacht haben die Adern, Sehnen und Wucherungen von Tighrir und mutiertem Optimaten.
Da konnte man sich so richtig wirr austoben.
Für mich war Knochenblei der erste richtige Kontakt zu Myranor überhaupt (Neben der Memoria Myrana) und immerhin bin ich mittlerweile sogar im Besitz zweier Publikationen. Die erste Spielrunde wird wohl noch etwas auf sich warten lassen, aber ich will mir sowieso lieber ersteinmal ausreichend myranisches Grundwissen zulegen.
Lieben Dank auf jeden Fall an Marc und Patric, die mir die Möglichkeit gegeben haben, mitzuzombien!

